Wiedereinstieg im Kreis Steinfurt

Zurück in den Beruf: Informationen & Unterstützung

Der Minijob

Auch die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) kann ein möglicher Wiedereinstieg in die Arbeitswelt sein.

Als geringfügig beschäftigt gelten Sie nach dem Sozialgesetzbuch,

  • wenn Sie nicht mehr als 450,00 € im Monat verdienen oder
  • wenn die Beschäftigung innerhalb eines Jahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist.

Insbesondere Frauen üben häufig geringfügige Beschäftigungen aus, weil sie darin wegen des relativ geringen zeitlichen Stundenumfangs eine Möglichkeit zur Vereinbarung von Familie und Beruf und zur Aufbesserung des Familieneinkommens sehen. Außerdem fallen für Beschäftigte in einem Minijob i.d.R. keine Sozialversicherungsbeiträge und Steuerabzüge an. Hinzu kommt, dass von den Arbeitgebern noch immer zu wenige sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigungen angeboten werden oder die Arbeitszeiten nicht familienfreundlich sind.

Wichtig ist zu wissen, dass es sich auch bei den Minijobs um Teilzeitbeschäftigungen handelt, in denen ebenso arbeitsrechtliche Regelungen gelten und anzuwenden sind, z.B. bei Fragen

  • des Arbeitsvertrages
  • der tariflichen Bezahlung
  • der Feiertagsvergütung
  • der evtl. Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • des Urlaubsanspruchs
  • der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • des Kündigungsschutzes
  • der gesetzlichen Unfallversicherung
  • des Mutterschutzes.

Auch bei geringfügigen Beschäftigungen ist es möglich, Rentenversicherungsansprüche zu erwerben. Da Minijobber grundsätzlich versicherungsfrei in der Rentenversicherung sind, erwerben sie nur geringe Rentenansprüche dadurch, dass der Arbeitgeber Pauschalbeiträge entrichtet.

Diese sind so gering (z.Zt. 3,29 € pro Monat bei einer 12-monatigen Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt von 450,00 € mtl.), dass es fraglich ist, ob ein Minijob langfristig gesehen wirklich die optimale Beschäftigungsart ist. In Bezug auf die Alterssicherung wäre eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Dauer sicherlich vorteilhafter.

Um höhere Rentenansprüche aufzubauen, haben Sie als geringfügig Beschäftigte/r aber auch die Möglichkeit, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten und so die Rentenversicherungsbeiträge aufzustocken.
Mit dem Verzicht auf die Versicherungsfreiheit können Sie sich mit niedrigen eigenen Beiträgen vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung sichern.
Zusätzlich können Sie damit Wartezeiten auffüllen (zum Beispiel für einen früheren Rentenbeginn), Ansprüche auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Rehabilitation) erwerben und den Versicherungsschutz für die Renten wegen Erwerbsminderung günstig aufrecht erhalten.

Lassen Sie sich dazu vom Versicherungsamt in Ihrem Rathaus, den Versichertenältesten oder den Beratern der Deutschen Rentenversicherung beraten.

Als Alternative zu einem Minijob könnte auch ein "Midijob" interessant sein, das ist eine "Beschäftigung in der Gleitzone". In einer sogenannten Gleitzone zwischen 450,01 € und 850,00 € sind die Sozialversicherungsabgaben für Sie als Beschäftigte/r geringer, ab einem Einkommen von 850,01 € sind dann die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

Zu den o.g. Themen geben die Broschüren "Der Minijob - Da ist mehr für Sie drin!" (PDF-Datei) und die „Vorteilsübersetzung Minijob“ (PDF-Datei) viele Tipps und wertvolle Informationen.

 

 

 

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